Der Fehler, die Website ins Deutsche zu übersetzen statt sie zu schreiben
Der deutschsprachige Raum hat mit die höchsten Durchschnittsausgaben Europas und den schwächsten sauber gemachten Wettbewerb. Fast alle verschenken ihn auf dieselbe Weise.
Übersetzen ist keine Keyword-Recherche
Eine Übersetzung macht aus Ihrem spanischen Satz den entsprechenden deutschen. Aber das Wort, das ein Deutscher bei Google eingibt, ist nicht die Übersetzung des spanischen Worts. Es ist sein eigenes. «Casa rural» übersetzt sich als «Landhaus», gesucht wird aus Deutschland jedoch «Finca mit Pool». Das sind zwei verschiedene Seiten mit zwei verschiedenen Zielen, und die übersetzte taucht in keiner realen Suche auf.
Der Leser merkt es, und das kostet Geld
Maschinell übersetztes Deutsch hat einen erkennbaren Rhythmus: zu lange Sätze, aus der Ausgangssprache übernommene Strukturen, falsche Freunde und ein generischer Ton. Muttersprachler erkennen das im ersten Satz. Bei einer Buchung über fünfzig Euro ist das egal. Bei einer Villenwoche für viertausend Euro oder einem Kauf über achthunderttausend entscheidet dieser erste Eindruck, ob weitergelesen oder der Tab geschlossen wird.
Google merkt es ebenfalls
Nicht weil Übersetzung als solche abgestraft würde, sondern weil der entstehende Text keine Anfrage präzise beantwortet. Wer nicht die Wörter verwendet, mit denen gesucht wird, trifft die Suchabsicht nicht, und ohne sie gibt es kein Ranking, so sauber der Code darunter auch sein mag.
Was stattdessen zu tun ist
Eigene Keyword-Recherche für den deutschsprachigen Markt, Texte von Muttersprachlern und eine Seitenstruktur, die dem entspricht, was dieser Markt erwartet: meist mehr Detail, mehr schriftlich fixierte Konditionen und mehr harte Daten, als spanische oder britische Leser brauchen. Danach korrekte hreflang-Angaben, damit Google versteht: drei Fassungen einer Sache, nicht drei konkurrierende Seiten.
Häufige Fragen
Lohnt es sich, wenn ich nur gelegentlich deutsche Kunden habe?
Das hängt von Ihrem Markt ab. Leben oder urlauben Deutschsprachige in Ihrer Region, haben Sie vermutlich gerade deshalb wenige, weil man Sie nicht findet. Ist Ihr Publikum überwiegend britisch, liegt die Priorität anders.
Und moderne maschinelle Übersetzung, die viel besser geworden ist?
Sie ist hervorragend zum Verstehen eines Texts und brauchbar für interne Mails. Für eine Seite, die ranken und verkaufen muss, löst sie das Grundproblem nicht: Sie übersetzt Ihre Wörter, statt die der Zielgruppe zu recherchieren.
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